Die angekündigten Änderungen am Gebäudeenergiegesetz (GEG) werden aktuell mit dem Schlagwort „Technologieoffenheit“ beworben. Für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in der Verbandsgemeinde Wörrstadt und im Kreis Alzey-Worms ist klar: Diese Darstellung greift zu kurz.
Bereits nach geltendem Recht sind unterschiedliche Heiztechnologien zulässig. Entscheidend war bislang lediglich, dass neue Systeme zu mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen. Diese Leitplanke jetzt abzuschaffen, schafft keine neue Offenheit, sondern neue Unsicherheit.
Auch eine Umbenennung des Gesetzes in „Gebäudemodernisierungsgesetz“ schafft keinen inhaltlichen Mehrwert. Für Bürgerinnen und Bürger zählen klare Regeln, verlässliche Förderbedingungen und langfristige Planungssicherheit – keine neuen Etiketten.
Planungssicherheit für Familien und Eigentümer
In der Verbandsgemeinde Wörrstadt mit über 30.900 Einwohnerinnen und Einwohnern und rund 11.500 Haushalten stehen viele Familien und Hauseigentümer vor der Frage, wie sie ihre Immobilie zukunftsfähig aufstellen. Wer heute investiert, denkt in Zeiträumen von 20 bis 30 Jahren.
„Wer heute auf Gas setzt, investiert in ein Auslaufmodell – mit steigenden CO₂-Kosten und langfristigen Preisrisiken. Junge Familien brauchen Sicherheit für ihre monatliche Belastung, keine politischen Richtungswechsel im Jahrestakt.“
Die bisherige 65-Prozent-Regel hat genau hier Orientierung gegeben: Investitionen in erneuerbare Systeme sind förderfähig, kalkulierbar und langfristig wirtschaftlich sinnvoll. Ihre Abschaffung wird zumindest vorübergehend zu höheren CO₂-Emissionen im Gebäudesektor führen, da ein verstärkter Einbau fossiler Heizungen zu erwarten ist. Damit steigt das Risiko, dass Klimaziele im Gebäudebereich dauerhaft verfehlt werden – mit später womöglich deutlich strengeren Nachsteuerungen.
Verlässlichkeit für das Handwerk
Besonders betroffen ist auch das regionale Handwerk. Unsere SHK-Betriebe investieren in Weiterbildung, Personalaufbau und moderne Technik. Sie brauchen stabile Rahmenbedingungen, um Kapazitäten planen zu können.
„Unsere Handwerksbetriebe sind bereit, die Wärmewende umzusetzen. Was sie nicht brauchen, sind politische Zickzack-Bewegungen, die Auftragslagen verunsichern und Investitionen verzögern.“
Solange konkrete Ausführungsbestimmungen fehlen – etwa zu Förderkulissen, Übergangsregelungen und technischen Anforderungen – entsteht Zurückhaltung bei Investitionen. Diese Unsicherheit trifft Betriebe ebenso wie private Haushalte.
Erfolgreicher Kurs in der VG Wörrstadt
Seit 25 Jahren engagieren sich die GRÜNEN in der VG Wörrstadt gemeinsam mit Partnern aus allen demokratischen Fraktionen für einen konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien. Neubauten werden seit Jahren nahezu ausschließlich mit Wärmepumpen ausgestattet – aus wirtschaftlicher Vernunft.
Programme wie das Kommunale Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation (KiPKi) haben in Rheinland-Pfalz zahlreiche Projekte ermöglicht.
Dies ermöglichte eine Förderung von 864,510 € in unser VG für energetische Maßnahmen, wie z.B. Heizungsanlagenwechsel, Gebäudedämmung oder Ausbau von E-Ladesäulen.
Unsere Wärmemesse am vergangenen Wochenende und 156 Interessenten an der Bündelausschreibung für Wärmepumpen zeigen deutlich: Die Menschen wollen investieren – sie erwarten Verlässlichkeit.
Klimaschutz ist kein Wahlkampfslogan, sondern eine Frage wirtschaftlicher Vernunft und generationengerechter Verantwortung. Kurzfristige Kurswechsel sind klimapolitisch rückwärtsgewandt. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN steht für klare Regeln, stabile Förderung und Planungssicherheit für Familien, Eigentümer und Handwerk.
Die Wärmewende vor Ort bleibt ein Gewinn für unsere Region – ökologisch wie ökonomisch. Davon profitieren unsere Gemeinden, unsere Betriebe und die kommenden Generationen.
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