Saulheim, Februar 2026 – Wie kann der rheinland-pfälzische Weinbau zukunftsfähig werden? Diese zentrale Frage stand im Mittelpunkt der politischen Weinprobe im Weingut Thörle. Mit dabei: Katrin Eder, rheinland-pfälzische Umweltministerin und Spitzenkandidatin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, sowie die Landtagskandidatinnen Friederike Roll (Gustavshof, Gau-Heppenheim) und Nina Wagner (Bio-Weingut Wagner, Essenheim). Gemeinsam mit Ralph Dejas, Geschäftsführer von EcoVin, diskutierten sie vor und mit rund 60 Gästen über Chancen, Risiken und grüne Lösungen für die Weinbaubranche.
Weinbau im Wandel: Warum wir jetzt handeln müssen
Ralph Dejas skizzierte zu Beginn die aktuelle Lage: „Der inländische Weinkonsum könnte die Vermarktung deutscher Weine eigentlich sichern, doch zu oft greifen Verbraucher*innen zu Importen.“ Sein Appell an die Politik, regionale Wertschöpfungsketten zu stärken und den heimischen Weinbau als ökonomischen und ökologischen Schatz zu positionieren.
Katrin Eder unterstrich die Dringlichkeit: „Wir müssen Umweltschutz und Landwirtschaft endlich als Einheit denken. Der Weinbau steht exemplarisch für die Herausforderungen des Klimawandels und für die Chancen, die in nachhaltiger Bewirtschaftung liegen.“ Besonders die Fasswein-Krise zeigte: Hier braucht es konkrete politische Unterstützung, etwa durch Förderung der Direktvermarktung und Investitionen in innovative Vermarktungswege.
„Meine Notizen von heute werden zur Arbeitsgrundlage von morgen. Versprochen!“
versicherte Katrin Eder.
Bio-Weinbau sollte als Vorbild dienen: Robuste Reben und klare Werte
Die beiden Kandidatinnen Friederike Rollund Nina Wagner führten durch den Abend – und präsentierten nicht nur Weine, sondern auch grüne Lösungsansätze:
- Biodynamische Bewirtschaftung: „Wir arbeiten mitder Natur, nicht gegen sie. Robuste Rebsorten und Kreislaufwirtschaft sichern unsere Zukunft,“ erklärt Friederike Roll
- 100 % Selbstvermarktung: „Unser Modell zeigt: Wer direkt vermarktet, ist unabhängiger von Marktpreisschwankungen. Aber wir brauchen Planungssicherheit– etwa durch langfristige Förderprogramme für Öko-Weinbau,“ fordert Nina Wagner
Doch die Warnung war deutlich: „Ohne politische Weichenstellungen wird es eng. Die nächsten Jahre entscheiden, ob unser Weinbau ökologisch und wirtschaftlich überlebt.“
Sechs Weine, eine Botschaft: Vielfalt braucht Mut
Die Verkostung von sechs rheinhessischen Bio-Weinen, zwei pro Weingut, unterstrich die Qualität und Innovationskraft der Branche. Doch die Kandidatinnen waren sich einig: „Vielfalt im Glas reicht nicht. Wir brauchen Vielfalt im Handeln, von der Rebenzüchtung bis zur Vermarktung.“




Grüne Forderungen für den Weinbau
Die Veranstaltung endete mit klaren politischen Aussagen:
- Förderung von Direktvermarktung, durch Beratung, digitale Plattformen und regionale Netzwerke.
- Klimaresiliente Rebsorten, Forschung und Anbauprämien für pilzresistente Sorten (Piwis).
- Öko-Weinbau als Standard, Ausweitung der Bio-Flächen und Unterstützung bei der Umstellung.
- Transparente Lieferketten Verbraucher*innen müssen wissen: „Rheinland-pfälzischer Wein ist nicht nur lecker, sondern auch fair und nachhaltig produziert!“
„Der Weinbau ist ein Stück rheinland-pfälzische Identität. Wir werden ihn ökologisch modernisieren, für Winzer*innen, die Natur und die nächste Generation.“
Friederike Roll & Nina Wagner
Hintergrund:
Die Weinprobe fand vor dem Hintergrund der anstehenden Landtagswahl am 22. März 2026 statt. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN positionieren sich als starker Partner für den Weinbau, mit klaren Konzepten für Ökologie, Wirtschaftlichkeit und soziale Gerechtigkeit.
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