Selz Cleanup 2025

Nachbericht Selz Cleanup Alzey am 13.09.25
Am Samstagmorgen um 8:30 Uhr goss es in Strömen, ein heftiger Schauer ging nieder. Doch die 25 Freiwilligen für den jährlichen Selz Cleanup ließen sich nicht abschrecken, und kurz nach 9 Uhr zeigte sich die Sonne. Die jährliche Säuberungsaktion startete mit nur wenigen Minuten Verspätung. „Auch in diesem Jahr haben wir wieder rund sechs Kubikmeter Müll aus dem Bett und von den Ufern der Selz gesammelt“, sagt Stadträtin Jutta Schnabel. „Der Müllanhänger des städtischen Bauhofs ist wieder voll.“
Zum fünften Mal in Folge organisierten die Alzeyer Grünen den Selz Cleanup in der Stadt als eine von acht Säuberungsaktionen, die zeitgleich an verschiedenen Orten entlang der Selz stattfanden. Diese wiederum waren Teil eines bundesweiten Aktionstages zur Beseitigung von Müll an vielen Flussufern, insbesondere am Rhein.
Die 15-jährigen Noah Wolanin und Tim Hahn aus Dautenheim haben bereits jahrelange Erfahrung: „Eine sinnvolle Sache, die auch Spaß macht, leider erstaunlich, was man so findet.“ Alte Reifen, ein komplettes Autorad, ein Verkehrsschild, drei Elektrogeräte, ein Feuerlöscher, ein volles Bierfass, zahlreiche Dachziegel und viele alte Textilien landeten auf dem Hänger. „Unter den Altkleidern fanden wir auch einen Tangaslip, kurios“, sagt das Ehepaar Daniela und Andreas Schnabel, das zum ersten Mal teilnahm.
Auch acht Personen der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft Alzey (DUGA) waren dabei, darunter Sprecherin Anna Gorska-Keslov. Olga Hrebeniuk überraschte die Teilnehmer am Ende mit frisch gekochten ukrainischen Warenyky, Teigtaschen mit Kartoffelfüllung. Getränke, Zwiebelkuchen und Fleischwurst boten die Organisatoren an. „Es war wieder richtig schön und gesellig“, sagt Sunhild Steimle, die zum wiederholten Mal half und auch drei Personen aus der Bahaʼí-Gemeinde mitgebracht hatte. Die schönste Aussage kam von der neunjährigen Kamila Hrebeniuk: „Ich habe mich das ganze Jahr über auf diesen Tag gefreut.“
„Viele der gefundenen Flaschen warfen wir direkt in die Glascontainer am Weiherweg. Es wurden aber auch viele Pfandflaschen bei dem Cleanup gefunden. Das 8-Cent-Flaschenpfand funktioniert nicht immer, Aludosen, die 25 Cent Pfand kosten, findet man dagegen kaum“, sagt Steffen Hinkelmann.
Es fand sich auch viel Müll von den nahegelegenen Fast-Food-Restaurants. Er liegt überall im Ufergebüsch, vor allem im Abschnitt Kipp-Straße – Weiherweg. „Es wäre gut, wenn die Unternehmen mehr tun würden, um das Problem zu lösen. Vielleicht sollte die Stadt eine Verpackungssteuer in Betracht ziehen, um weitere Mülltonnen und Abfuhren finanzieren zu können“, sagt Dr. Russell Gasser, neben Jochen Hinkelmann Mitorganisator des Cleanups. „Im Abschnitt an der Kläranlage hat die Stadt schon Tonnen aufgestellt, wo Fernfahrer über Nacht parken. Das hat die starke Verschmutzung etwas reduziert. Es fehlt aber nach wie vor an Toiletten“, meint Simon Fuchs. Sein fünfjähriger Sohn Henning hatte Spaß und strahlte über das ganze Gesicht.
Die Organisatoren haben eine klare Botschaft: „Einfache Maßnahmen und mehr Achtsamkeit für die Natur könnten wirklich einen Unterschied machen beim Spazierengehen oder Radfahren entlang des Selztalwegs in Alzey.“
