19.08.2017

Im Netz der Wespenspinne

Zwei Stunden Abenteuer Natur auf der Streuobstwiese

Alzey (neu) - Zwei hochinteressante und spannende Stunden erlebten die Teilnehmer/innen der Führung mit der Naturpädagogin Conny Schermer auf der Streuobstwiese der Alzeyer Grünen bei Weinheim. Conny Schermer gelang es, die botanischen Besonderheiten der zahlreichen Wildkräuter anschaulich zu erklären. Darüber hinaus wusste sie von der vielfältigen Nutzung der Kräuter im Haushalt und auch von deren Bedeutung in der Volksmedizin und im Volksglauben alter Zeiten zu berichten. Die Gäste waren beeindruckt von der Fülle, die sie vorfanden. Auch der Verpächter der Wiese, der frühere Wörrstädter Kantor Klaus-Günter Brand, war gekommen. Er war vor 21 Jahren der Idee der Grünen für eine Streuobstwiese mit großem Wohlwollen begegnet und freute sich, wie gut sich die Wiese entwickelt hat. Thomas Rahner, Direktkandidat der Grünen für den Bundestag, betonte, dass eine solche seltene und große naturnahe Fläche eine erhebliche Bedeutung für die Bewahrung der Artenvielfalt hat.

Viel Gebrauch machte man von den durchsichtigen Becherlupen, mit denen sich flink das eine oder andere Insekt einfangen lässt, ohne dass es Schaden nimmt. In Ruhe konnten so zahlreiche Tierchen aber auch genauso gut Pflanzenteile genau betrachtet werden. Etliche Pflanzen und Insekten, die es zu sehen gab, waren den interessierten Teilnehmern ganz unbekannt. Ein Star des Nachmittags war die große und auffällig schwarz-gelb gemusterte Wespenspinne. Sie hat an mehreren bekannten Standorten auf der Wiese ihr Netz gespannt. Das war Anlass für ein Gewinnspiel: Wer als erstes eine Wespenspinne entdeckt, gewinnt eine Flasche Biowein. Und irgendwann ertönte ganz unvermittelt der Ruf: „Ah! Da isse ja!“, die Wespenspinne war gefunden und die glückliche Gewinnerin ermittelt.

 

Die Wespenspinne ist gefunden!

Ebenfalls im Rampenlicht stand eine Vierpunktkreuzspinne, die man im Vorbeigehen entdeckt und zu einem kurzen Aufenthalt in eine Becherlupe eingeladen hatte. Auch dieses Tier mit seinem markanten, fast kugeligen, gelblich-grünen Hinterleib sahen die Teilnehmer zum ersten Mal. Zufällig wurde man auch Zeuge, wie sich eine Heuschrecke verhängnisvoll verhüpfte und im Netz einer Wespenspinne landete. Diese wickelte ihr Opfer blitzschnell in einen dichten Kokon ein, aus dem es für die Heuschrecke trotz aller Gegenwehr kein Entkommen mehr gab. Die Führung verging wie um Flug aber die Gäste stellten fest, dass sie doch zu Fuß unterwegs gewesen waren und entsprechend durstig. Dafür hatte Conny Schermer vorgesorgt und zwei köstliche kühle Kräuterlimonaden nach eigenen Rezepten ausgeschenkt.

 



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