Offener Brief: Radweg an der B271 zwischen Alzey und Monsheim jetzt umsetzen!
Jetzt lesen, teilen und am 9. August mitfahren!



Unsere Forderungen:
- Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie der Landrat des Kreises Alzey-Worms informieren nach Rücksprache mit dem Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz zeitnah die kommunalen Räte und den Kreistag über den Stand der Planungen für den straßenbegleitenden Radweg entlang der B271, einschließlich der Anbindungen an die Ortsgemeinden und Schulstandorte.
- Der Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz macht den Stand der Vorplanung für einen straßenbegleitenden Radweg an der B271 zwischen Monsheim und Alzey öffentlich und legt bis Ende 2026 einen verbindlichen Zeitplan für die Umsetzung vor.
- Das Bundesverkehrsministerium stellt die erforderlichen Mittel im Bundeshaushalt bereit und priorisiert die Maßnahme im jährlichen Bauprogramm. Die Voraussetzungen der „Grundsätze für Bau und Finanzierung von Radwegen an Bundesstraßen in der Baulast des Bundes“ sind hier eindeutig erfüllt.
- Der Landkreis Alzey-Worms und die betroffenen Verbands- und Ortsgemeinden stimmen Trassenführung und Anbindungen an die Ortslagen frühzeitig, transparent und unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ab. Sie begleiten den nötigen Landerwerb konstruktiv und werben unter den Eigentümern für eine schnelle Bereitstellung der nötigen Flächen.
- Falls eine straßenbegleitende Führung in Teilabschnitten nicht zeitnah realisierbar ist, prüfen die Beteiligten ergänzend die Ertüchtigung vorhandener Wirtschaftswege zu kombinierten Rad- und Wirtschaftswegen mit Bundesförderung. Der LBM setzt darüber hinaus eine Begrenzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h auf allen Teilstücken der Strecke um, die nicht durch einen straßenbegleitenden oder über ertüchtige Wirtschaftswege geleiteten Radweg sinnvoll umfahren werden können. Eine solche Lösung kann eine Brücke sein, aber kein Ersatz für den eigentlichen Lückenschluss.
- Die Anbindung der angrenzenden Ortsgemeinden und Schulstandorte an den neuen Radweg wird von Beginn an mitgeplant.
Radverkehrskonzept jetzt umsetzen!
Fahrradfahren kann so schön sein: Schnell und ohne Parkplatzsuche von Tür zu Tür, gute Aussicht und gesund ist es auch noch. Im Vergleich zum Auto ist ein Fahrrad unschlagbar günstig, und mit E-Motoren als Tretunterstützung muss man auch den steilsten Hügel nicht mehr fürchten. Und dann ist es auch noch gut für den Planeten, gut für die Gesellschaft und gut für die kommunalen Haushalte.
Weniger schön ist allerdings der Zustand der Radverkehrsinfrastruktur im Landkreis Alzey-Worms. Fast überall stehen Fahrradfahrer auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen vor der Wahl, entweder lange Umwege zu fahren, über unbefestigte Wirtschaftswege zu holpern, oder sich eine enge Fahrbahn mit schnell fahrenden Autos, LKWs und Treckern zu teilen.
Jedes Jahr führt das im Landkreis zu mehreren tödlichen Unfällen. Viele Menschen steigen darum lieber gleich ins Auto, ein Verlust für jede*n Einzelne*n und die Gesellschaft.
Das Radverkehrskonzept des Landkreis Alzey-Worms
Dabei gibt es längst eine Vision, wie es auch anders gehen könnte. 2023 hat der Kreistag das Radverkehrskonzept beschlossen. Dutzende Maßnahmen wurden hierfür unter Beteiligung der Bürger*innen gesammelt, geordnet, gefiltert und zur Umsetzung empfohlen. Mit dem Ziel, bis 2035 ein „Zielnetz Radverkehr“ zu bauen.
Passiert ist seitdem sehr wenig. Auch die „übergeordneten Radhauptverbindungen“, also der Ausbau der wichtigsten Verbindungen quer durch den Landkreis stockt, bevor er überhaupt begonnen wurde. An diesen Strecken gibt es die meisten Todesfälle. Da wo sie fahrradfreundlich ausgebaut wurden, etwa entlang der Selz von Gau-Odernheim bis Alzey, werden sie jeden Tag von hunderten Radfahrern genutzt.
Vom Konzept zum Rad
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Alzey-Worms fordert darum die schnelle und konsequente Umsetzung des beschlossenen Radverkehrskonzeptes. Besonders aus den Mitteln des Sondervermögens für Infrastruktur sollten Kommunen und der Landesbetrieb für Mobilität die Realisierung von wichtigen Radverkehrsverbindungen priorisieren. Jeder Meter Radweg bringt gesellschaftlichen Mehrwert: Gesundheit, weniger (und weniger schwere) Unfälle, geringere Instandhaltungskosten als Straßen für PKW und LKW, geringere Kosten für private Haushalte in Zeiten von Inflation und Energiekrisen, Mobilität für alle – Egal ob mit Führerschein oder ohne.