Die Mitglieder von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Alzey-Worms haben am Mittwoch, 26. Oktober 2026 einen neuen Kreisvorstand gewählt. Mit einer neuen Doppelspitze, mehreren neuen Gesichtern und drei jungen Mitgliedern stellt der in den vergangenen Jahren stark gewachsene Kreisverband die Weichen für die kommenden Jahre. In den nächsten zwei Jahren will der neue Vorstand die Zusammenarbeit im Kreisverband weiter stärken, die Grünen vor Ort sichtbarer machen und neue kommunalpolitische Impulse für Alzey-Worms setzen.
Zur Sprecherin ist Friederike Roll gewählt worden. Die 52-jährige Juristin und Mutter von zwei Kindern aus Gau-Heppenheim ist seit 2024 Fraktionsvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Verbandsgemeinderat Alzey-Land und war bei der Landtagswahl 2026 Direktkandidatin der Grünen für den Wahlkreis Alzey und Umgebung. Zusammen mit ihrem Mann leitet sie das Weingut Gustavshof und ist Aufsichtsratsvorsitzende des Demeter-Verbands. „Im Zentrum meiner Arbeit als Sprecherin werden eine bessere Abstimmung innerhalb des Kreisverbands und mehr Sichtbarkeit für das intensive Engagement vieler ehrenamtlicher grüner Kommunalpolitiker*innen stehen“, so Roll. „Politisch setze ich mich vor allem für Klimaschutz in Verbindung mit nachhaltiger Landwirtschaft ein. Auch eine gesunde und nachhaltige Ernährung in Kitas und Schulen ist mir ein wichtiges Anliegen. Über Parteigrenzen hinweg möchte ich außerdem dazu beitragen, Demokratie vor Ort erfahrbar zu machen – durch bürgernahe, gut kommunizierte Politik, die konkrete Probleme löst.“



Gemeinsam mit Friederike Roll bildet Martin Heitfeld als Sprecher die neue Doppelspitze des Kreisverbands. Der 36-jährige Vater zweier Kinder aus Armsheim arbeitet als Teamleiter bei der Bundesnetzagentur an der Schnittstelle von Telekommunikationsaufsicht und Betrugsbekämpfung. Bei den Grünen ist er bereits als Sprecher des Ortsverbands VG Wörrstadt aktiv. „Unsere Region zukunftsfest zu machen, heißt für mich, einen handlungsfähigen Staat, wirtschaftliche Entwicklung und Klimaschutz zusammenzudenken“, sagt Heitfeld. „Wir brauchen moderne Verwaltungen und eine leistungsfähige Infrastruktur, damit unsere Kommunen gute Bedingungen für Mittelstand und Handwerk bieten und gleichzeitig lebenswerte Orte bleiben. Dazu gehört für mich auch, unsere Gemeinden konsequent auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten.“
Joachim Heldt aus Albig rundet als Kassierer den geschäftsführenden Vorstand ab. Der Steuerfachangestellte im Ruhestand war bereits als Beisitzer im bisherigen Vorstand vertreten. Er folgt auf den langjährigen Kassierer Jochen Hinkelmann, der sich nach 44 Jahren als Hüter der Kreiskasse voll auf sein Engagement im Vorstand des Ortsverbands Alzey konzentrieren möchte. „Es ist ein Privileg, den Generationswechsel im Kreisvorstand in dieser Funktion noch zwei Jahre unterstützen zu können“, so Joachim Heldt. „Neben der Verwaltung des Kreisverbands werde ich mich vor allem der Verbesserung des Radwegenetzes im Landkreis widmen und Initiativen für einen stärkeren sozialen Zusammenhalt unterstützen.“
Aus Gau-Odernheim stößt Andrea Neff als Beisitzerin neu zum Vorstand hinzu. Die Softwareberaterin und Mutter einer erwachsenen Tochter ist wie viele andere Mitglieder im Laufe des letzten Jahres zu den Grünen gekommen. „In der aktuellen Situation war mir wichtig, einen Beitrag für eine positive politische Entwicklung in unserer Region zu leisten“, sagt sie. „Die Folgen einer verfehlten Klima- und Umweltpolitik erleben wir inzwischen alle jeden Tag. Und unser Umgang mit dem Wohlergehen und der Gesundheit von Nutztieren ist in vielen Fällen eine moralische Bankrotterklärung. Wir haben es in der Hand, hier andere Wege einzuschlagen.“
Annika Ruppert ist eine von drei jungen Grünen, die in den kommenden zwei Jahren die Geschicke des Kreisverbands als Beisitzer*innen mitgestalten und damit das starke politische Engagement der jungen Generation sichtbar machen werden. Die 20-jährige Auszubildende aus Alzey ist schon seit einiger Zeit bei der Grünen Jugend und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN aktiv. „Mit meinem Interesse an Außenpolitik möchte ich eine Brücke zwischen globalen und lokalen Herausforderungen schlagen“, sagt Ruppert, die sich als junge feministische Stimme in den kommenden Jahren auch bundespolitisch engagieren will. „In der Außenpolitik spiegeln sich viele lokale Herausforderungen: Gleichstellung, Klimapolitik, Rechtsextremismus. Eine Politik, die nur auf einer Eben agiert, greift zu kurz.“
Auch Tuana Yilmaz will die Grüne Jugend stärker im Kreis verankern. Die 18-jährige Schülerin aus Alzey möchte mit ihrem Engagement der jungen Generation eine stärkere Stimme geben und junge Menschen für Kommunalpolitik begeistern. „Feminismus und Antirassismus sind nicht nur Schlagwörter aus bundespolitischen Debatten“, ist Yilmaz überzeugt. „Viele junge Menschen werden täglich damit konfrontiert, dass wir auch hier in der Region noch viel Arbeit zu erledigen haben. Rechte Parteien und Strömungen sind in den letzten Jahren stärker geworden – auch bei uns vor Ort. Deshalb wird es immer wichtiger, für grüne Politik und unsere Überzeugungen auch öffentlich Position zu beziehen.“
Das sieht Milan Krauß ähnlich. Der 17-jährige Schüler aus Gau-Bickelheim ist der dritte junge Grüne, der im neuen Kreisvorstand das erste Mal Verantwortung übernimmt. „Demokratie ist kein Spaßprogramm. Ob unsere Gesellschaft auch in den kommenden Jahrzehnten frei und demokratisch bleibt, entscheiden wir hier und heute“, so Krauß, der seinen persönlichen Schwerpunkt in der Bildungspolitik sieht. „Ich erlebe täglich, was an unseren Schulen gut ist, aber auch, was schlecht läuft. Hier will ich mich einbringen.“
Neben Jochen Hinkelmann scheiden mit der Neuwahl auch Thomas Schuler und Russell Gasser aus dem Kreisvorstand Alzey-Worms aus. „Wir bedanken uns ausdrücklich und sehr herzlich bei den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern, die den Kreisverband in Unterbesetzung durch mehrere anspruchsvolle Wahlkämpfe und ein starkes Mitgliederwachstum geführt haben“, sagt Friederike Roll.
Für alle drei bedeutet der Abschied aus dem Kreisvorstand nicht den Abschied aus der Politik. Sie werden sich für die Grünen in unterschiedlichen Funktionen weiter in ihren Ortsverbänden engagieren. Diese Strukturen will der neue Kreisvorstand in den nächsten zwei Jahren weiter stärken. „Unser Auftrag ist es auch, für die Ortsverbände und einzelnen Mitglieder ein starker Partner zu sein, um ihnen eine größere politische Wirksamkeit zu ermöglichen“, meint Martin Heitfeld. „Das ist eine Rolle, die wir sehr ernst nehmen und in die wir als Kreisverband in den nächsten Jahren systematisch investieren werden.“
Der Kreisverband Alzey-Worms hat in den letzten Jahren ein enormes Wachstum erlebt. Seit 2018 hat sich die Zahl der Mitglieder auf aktuell 256 knapp verdreifacht. Mit Ausnahme von Eich gibt es heute grüne Fraktionen in allen Verbandsgemeinderäten, im Stadtrat von Alzey und im Kreistag.
Darauf will der neue Vorstand aufbauen. „Die großen Herausforderungen unserer Zeit – von Klimakatastrophen wie dem diesjährigen Hitzesommer und der Biodiversitätskrise bis zu den Bedrohungen für Frieden und Demokratie – machen auch vor unserer Region nicht halt“, ist Friederike Roll überzeugt. „Viele der großen Zukunftsfragen werden ganz konkret vor Ort entschieden“, ergänzt Martin Heitfeld. „Genau hier setzen wir als Grüne in Alzey-Worms an. Für die Menschen im Landkreis werden wir eine Politik machen, die zuversichtlich in die Zukunft schaut und dabei handfeste Lösungen für die Probleme des Alltags bietet.“